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Ratgeber Akkus im Betrieb

Akkus im Betrieb nach Branche: worauf es wo ankommt

Die Grundregeln für Akkus sind überall gleich – die Schwerpunkte nicht. Hier finden Sie je Branche die wichtigsten Punkte, jeweils mit Fundstelle und Verweis auf die ausführlichen Ratgeber.

  • Pflege und Krankenhaus
  • Büro und Dienstrad
  • Lager, Labor, Schule, Hotel
  • Mit Fundstellen je Branche

Zum InhaltAkku-Schränke

Akku-Lagerschrank Typ 90, 120 cm breit, 2 Türen – asecos ION-CORE-90 – Produktfoto asecos

Das Wichtigste in Kürze (Stand 25.10.2026)

  • Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime, Beherbergungsbetriebe, Speditionslager und naturwissenschaftliche Bereiche in Schulen und Hochschulen nennt die ASR A2.2 als Beispiele für erhöhte Brandgefährdung.
  • Im Büro empfehlen die Versicherer, das Laden von Akkus am Arbeitsplatz zu untersagen und zentrale, überwachte Ladeschränke bereitzustellen (VdS 3471).
  • In Lagern werden die Empfehlungen der Versicherer ab größeren Mengen strenger, etwa ab 7 m³ bzw. sechs Euro-Paletten oder 60 m² Lagerfläche (VdS 3103).
  • Im Labor gehören Akkus nicht in den Gefahrstoffschrank, weil sie nach TRGS 510 als mögliche Zündquelle gelten.
  • In Hotels raten die Versicherer, das Laden von Akkus in den Zimmern zu untersagen (VdS 3471 Nr. 11 r).

Die Branchen im Überblick

BrancheTypische AkkusSchwerpunktFundstelle
Fahrradhandel, E-Bike-WerkstattE-Bike-Akkus (mittlere Leistung), RückläuferLager, Quarantäne, Rücknahme, VersandVdS 3103; BattDG; ADR SV 376
Handwerk, Werkstatt, BaustelleAkkuwerkzeugeLadeplatz ohne Brandlasten, Frost, Prüfung der LadegeräteASR A2.2 Tab. 4; DGUV V3
WohnungswirtschaftPedelecs der BewohnerGaragenverordnung, Fahrradraum, LadeschrankM-GarVO 2022; VdS 3885
Krankenhaus, PflegeAkkus von Medizingeräten, Patientenliftern, Elektrorollstühlenerhöhte Brandgefährdung, Fluchtwege freiASR A2.2 Tab. 4; ASR A2.3
Büro, VerwaltungLaptops, Dienst- und Privat-E-Bikeskein Laden am Arbeitsplatz, zentrale LadeschränkeVdS 3471 Nr. 11 q
Lager, LogistikAkkus als Ware, Handscanner, FlurförderzeugeMengen, Abstände, Sprinkler, LadeplätzeVdS 3103, 3856, 2259
LaborMessgeräte, Akkus neben Gefahrstoffennicht im Gefahrstoffschrank, getrennt von stark oxidierenden StoffenTRGS 510 Nr. 13.2; DGUV FBFHB-039
Schule, KommuneE-Scooter, Akkugeräte im BauhofLaden und AbstellenDGUV Information 202-115
Hotel, GastgewerbeAkkus der Gästekein Laden in ZimmernVdS 3471 Nr. 11 r

Eigene Zusammenstellung, Stand Oktober 2026.

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Krankenhaus, Pflegeheim, Praxis

Krankenhäuser sowie Alten- und Pflegeheime nennt die ASR A2.2 als Beispiele für Arbeitsstätten mit erhöhter Brandgefährdung (Tabelle 4); dort sind zusätzliche Maßnahmen wie Brandmeldeanlagen üblich. Akkus stecken in Medizingeräten, Patientenliftern und Elektrorollstühlen; maßgeblich für Laden und Pflege sind die Angaben der Gerätehersteller.

Besonders wichtig: Flucht- und Rettungswege sind ständig frei zu halten (ASR A2.3 Nr. 4 Abs. 3) – Flure und Treppenhäuser sind keine Ladeorte (VBG-Fachinformation). Wo viele Geräte geladen werden, bündelt ein Ladeschrank oder ein eigener Laderaum mit Brandmelder das Laden.

Büro, Verwaltung und Dienstrad

Mit dem Dienstrad kommen E-Bike-Akkus ins Büro. Die Versicherer empfehlen, das Laden von Akkus am Arbeitsplatz zu untersagen; soll den Beschäftigten das Laden während der Arbeitszeit ermöglicht werden, sind geeignete Schranksysteme mit integrierten Steckdosen an zentraler und überwachter Stelle bereitzustellen (VdS 3471 Nr. 11 q). Keine Ladeorte sind Flure, Foyers, Treppenhäuser, Aufenthaltsbereiche und IT-Räume (VBG-Fachinformation).

Ratgeber: Akkus im Betrieb laden

Lager und Logistik

Hier stehen die größten Mengen. Speditionslager nennt die ASR A2.2 ohnehin als Beispiel erhöhter Brandgefährdung. Wer Akkus als Ware lagert oder für den Versand vorbereitet, hat nach der DGUV einen Bereich mit erhöhter Brandgefährdung (DGUV 205-041 Kap. 6.5). Die Versicherer werden ab größeren Mengen strenger: bei Akkus geringer Leistung ab mehr als 7 m³ oder sechs Euro-Paletten, bei mittlerer Leistung ab mehr als 60 m² Fläche oder 3 m Lagerhöhe (VdS 3103). Für Sprinklerkonzepte nennt die VdS 3856 Lagereinheiten bis 50 kWh.

Für Ladeplätze von Flurförderzeugen nennen die Versicherer mindestens 2,5 m Abstand zu brennbaren Bauteilen und Lagergut und 5 m zu feuer- und explosionsgefährdeten Bereichen (VdS 2259). Lager oberhalb der AwSV-Bagatellgrenze brauchen eine Löschwasserrückhaltung.

Ratgeber: Lithium-Ionen-Akkus lagern

Labor und Forschung

Naturwissenschaftliche Bereiche in Bildungs- und Forschungseinrichtungen nennt die ASR A2.2 als Beispiel erhöhter Brandgefährdung. Akkus gelten nach TRGS 510 als mögliche Zündquelle; sie gehören nicht zu brennbaren Flüssigkeiten in den Gefahrstoffschrank, in dem ohne technische Lüftung keine Zündquellen sein dürfen (TRGS 510 Nr. 13.2 Abs. 3, Anhang 1 A.1.3.2). Stark oxidierende Stoffe der Lagerklasse 5.1 A dürfen nach einer Fachinformation der DGUV nicht mit Akkus zusammen gelagert werden; nötig ist eine Separatlagerung mit feuerbeständigen Wänden. Oxidierende Stoffe der Lagerklasse 5.1 B dürfen mit Akkus zusammen lagern, solange im Lagerraum insgesamt weniger als 1.000 kg liegen (DGUV FBFHB-039, am Beispiel von Sauerstoffselbstrettern).

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Schule und Kommune

Für E-Scooter in Schulen nennt die DGUV: Laden bei 6 bis 29 °C nur mit dem Herstellerladegerät, genügend Ladesteckdosen mit getrennter Absicherung, Abstellen nicht in praller Sonne, nicht bei Frost und entfernt von brennbaren Materialien, Feuerlöscher in der Nähe; Schulen sind nicht verpflichtet, Ladestationen bereitzustellen (DGUV Information 202-115). Bauhöfe mit Akkugeräten behandeln das Laden wie eine Werkstatt.

Ratgeber: Handwerk und Werkstatt

Hotel und Gastgewerbe

Beherbergungsbetriebe nennt die ASR A2.2 als Beispiel erhöhter Brandgefährdung. Die Versicherer raten, das Laden von Akkus in Hotelzimmern zu untersagen (VdS 3471 Nr. 11 r). Gäste mit E-Bikes brauchen dann einen festen Ladeort, etwa einen Fahrradraum mit Ladeschrank.

Fragen zu Ihrem Fall? Rufen Sie uns an: 0761 / 384 96 12-0 oder schreiben Sie an info (at) team3-gmbh.de.

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Häufige Fragen zu Akkus in einzelnen Branchen

Dürfen Mitarbeiter ihr E-Bike im Büro laden?

Die Versicherer empfehlen, das Laden am Arbeitsplatz zu untersagen und zentrale, überwachte Ladeschränke mit Steckdosen bereitzustellen (VdS 3471). Flure, Treppenhäuser und Aufenthaltsbereiche sind keine Ladeorte.

Was gilt für Akkus im Pflegeheim?

Pflegeheime nennt die ASR A2.2 als Beispiel erhöhter Brandgefährdung. Fluchtwege frei halten, nicht in Fluren laden, Herstellerangaben der Geräte beachten und das Laden an festen, überwachten Orten bündeln.

Dürfen Hotelgäste Akkus im Zimmer laden?

Die Versicherer raten, das Laden in Hotelzimmern zu untersagen (VdS 3471) und stattdessen einen festen Ladeort bereitzustellen.

Dürfen Akkus im Labor in den Gefahrstoffschrank?

Nein. Akkus gelten nach TRGS 510 als mögliche Zündquelle; in Gefahrstoffschränken ohne technische Lüftung dürfen keine Zündquellen sein.

Quellen: ASR A2.2 Maßnahmen gegen Brände (BAuA), ASR A2.3 Fluchtwege und Notausgänge (BAuA), VBG-Fachinformation Lithium-Ionen-Akkus (04/2021), VdS 3103 „Lithium-Batterien“ (2019-06), VdS 3471 Ladestationen für Elektrostraßenfahrzeuge (2021-02), VdS 3856 Sprinklerschutz von Lithium-Batterien (2019-06), VdS 2259 Batterieladeeinrichtungen für Flurförderzeuge (2023-05), DGUV Information 205-041 (Februar 2024), DGUV FBFHB-039 (Dezember 2025), DGUV Information 202-115 (E-Scooter in Schulen), TRGS 510 (BAuA). Stand der Angaben: Oktober 2026. Die Seite fasst Regeln und Empfehlungen in eigenen Worten zusammen und ersetzt nicht die Originaltexte; im Einzelfall entscheiden Gefährdungsbeurteilung, Sachversicherer und zuständige Behörde.

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